Angespielt: Animal Crossing: New Horizons - Tierische Lebenssimulation im Test

von Anna
24. April 2020
inAnimal Crossing: New Horizons / Nintendo / Reviews & Tests

Der beliebte und viel gerühmte Simulations-Titel Animal Crossing geht mit New Horizons in eine neue Runde voller Abenteuer und toller Entdeckungen. Es kam am 20. März offiziell heraus und begeistert seitdem viele Nintendo Switch Spieler auf vielfältige Weise. In Animal Crossing taucht man in eine Welt voller Natur, Freundschaft und Zusammenhalt ein und ist dabei der Architekt seines eigenen Lebens.

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben? Dann folge Gaming Cat auf Twitter oder Facebook, um nichts mehr zu verpassen.

Hierbei hat man verschiedene Möglichkeiten, auf die ich im Verlauf des Reviews aber näher eingehen werde. Bevor wir uns in zu viel Geplänkel verheddern, beginnen wir mit dem eigentlichen Teil dieses Reviews. Zunächst folgt bekanntlich der Anfang des Ganzen.

Dieses Review enthält Spoiler! Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Die Reise beginnt

Begrüßt werden wir von Nepp und Schlepp die uns einige wichtige Details über unsere "Urlaubsreise" erzählen. Die beiden laden uns zu ihrem "Reif-für-Insel-Paket" ein, welches uns auf eine einsame Insel führt. Anfänglich klären wir die formellen Dinge wie den Geburtstag oder wie wir zukünftig genannt werden wollen. Haben wir diese beiden Dinge abgeklärt, können wir unser virtuelles ich per Editor gestalten.

Hier hatte ich meinen ersten Dämpfer, da die Auswahlmöglichkeiten recht bescheiden ausfielen. Nichtsdestotrotz gelang es mir einen Avatar, nach meinen Wünschen, zu gestalten, wenn auch recht abgespeckt. Ob ein Vergleich mit anderen Spielen an dieser Stelle angebracht ist, wage ich, erst mal zu bezweifeln. Im späteren Verlauf des Spiels haben wir die Möglichkeit, über Klamotten unseren eigenen individuellen Weg zu bestreiten. Hierbei gibt es sogar die Möglichkeit eigene Designs zu erstellen.

Zum Ausgleich dürfen wir dann unseren Standort frei wählen. Heißt, Nordhalbkugel oder Südhalbkugel. Je nach dem, was wir auswählen, verändert sich auch die Flora und Fauna unserer Insel. Demnach werden Insekten, Fische und Baumarten verschieden sein. Apropos Insel, diese können wir auch frei wählen, aber es stehen leider nur 4 Inseltypen zu Verfügung. Die Entscheidung wirkt sich auf die Anordnung des Flusses oder die Position der Strände aus.

Leben auf der Insel

Auf unserer Insel angekommen, werden wir von unseren anfänglichen Reiseberatern empfangen. Neben dran sind auch unsere ersten Insel-Mitbewohner. Dann versammeln wir uns alle auf einem zentralen Platz und werden offiziell von Tom Nook in Empfang genommen. Dieser wird auch später immer mal wieder eine Rolle spielen. Nach ewigem Geplänkel drückt man uns eine Karte und ein Zelt in Hand. Entscheidungsfreiheit wird in diesem Teil des Spiels größer geschrieben, als noch in den Vorgängern. So wird uns kein Platz vorgegeben, sondern man muss selbst den idealen Spot finden.

Freie Wahl des Platzes

Haben wir das erledigt und unser Zelt steht, können wir noch für die anderen einen geeigneten Platz suchen. Dementsprechend haben wir freie Hand, wo unsere ersten beiden Bewohner ihre Wurzeln schlagen.

Ein Name muss her

Was darf im Leben eines Insulaners nicht fehlen? Genau! Partys! Wir werden von Tom Nook gebeten, bei den Party-Vorbereitungen zu helfen. Diese erste Fete wird als Einweihungsritual verstanden. Feuer glüht, Getränke sind besorgt und alle stehen beisammen - es kann losgehen.

Da unsere Insel noch keinen Namen hat, dürfen wir einen skurrilen oder anmutigen Namen festlegen. Wurde ein passender Name gefunden, wird mit einem frisch gepressten Orangen-Cocktail angestoßen. So endet unsere erste Nacht, da wir diese schlafend, bis zum Morgengrauen, in unserem Zelt verbringen.

Nook-Meilen und Nook-Phone

Am nächsten Tag erhalten wir weitere Unterweisungen. Tom Nook redet von Reise-Schulden und das wir diese begleichen sollen. 50.000 Sternis würde der Spaß kosten, aber da er so großzügig ist, reichen auch Nook-Meilen. Sternis ist die Ingame-Währung des Spiels und damit wird zukünftig in Handelsgeschäften hantiert. Nook-Meilen verdient man sich durch erfüllen von Aufgaben. Beispielsweise dem Pflücken von Unkraut, Fangen von Insekten oder beim Fische fangen. Man muss eine bestimmte Summe erfüllen, damit man immer mehr Meilen kassieren kann.

Abrufen kann man diese über sein stylisches Nook-Phone, welches den zentralen Kern des Spiels darstellt. Mich erinnert es immer wieder an das Telefon aus GTA IV. Fotos schießen, Nook-Meilen-Fortschritt abrufen oder in der Faunapädie nachschlagen, in der sämtliche Tierpfunde eingetragen werden. Zu diesem Zeitpunkt steht uns die Insel offen und wir können uns abseits der Tutorial-Einleitung bewegen.

Meilen sammeln und Museums-Vorbereitungen

Also heißt es nun sammeln, basteln, verkaufen, erkunden und dabei Nook-Meilen sammeln, damit wir auf die besagten 5000 Stück kommen. Geben wir Tom Nook 5 Insekten oder Fische, schalten wir die ersten Anfänge des Museums frei. Eugen, die kluge Eule, zieht dann mit einem Forscher-Zelt auf unsere Insel. Sprechen wir mit ihm, offenbart er uns ein ambitioniertes Vorhaben, nämlich die Eröffnungen eines eigenen Museums auf unserer Insel. Jedoch werden 15 einzigartige Tierwesen benötigt, um dieses Vorhaben umzusetzen. Allerdings ist unser Herr Direktor auch ganz erpicht auf Fossilien.

Erste Schulden weg, neue fürs erste richtige Haus

Recht schnell hat man auch die 5000 Meilen zusammen und zahlt seinen ersten Schuldenberg ab. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn um unser zukünftiges Leben in einem schönen Häuschen führen zu können, nehmen wir weitere Kredite auf, welche nach und nach abbezahlt werden müssen. Man erhält zwar schon vorab das Upgrade in Form eines immer größer werdenden Wohnraumes, muss aber die auf Pump gewährte Summe bis zum letzten Sterni begleichen. Sprich man verbringt eine Weile damit genug Sternis zu sammeln, um weiter zu kommen.

Andere Bereiche der Insel erkunden

Doch der fortwährende Fortschritt der eigenen Insel bringt viele nützliche Gegenstände hervor. Von der Museums-Eule erhalten wir unseren Sprungstab, der es ermöglicht, über den Fluss zu springen und andere Bereiche der Insel zu erreichen. Jedoch erhalten wir die Gegenstände nicht grundlos, denn um Fossilien ausgraben zu können, müssen wir einen anderen Abschnitt unserer Insel abklappern. Dieses Vorhaben wäre ohne Sprungstab nicht machbar.

Das Crafting-System

An sich ist das Crafting-System recht solide. Man benötigt allerlei Materialen, um einen Gegenstand herzustellen. Finden tut man diese in der Natur. Erstellte Sachen, wie Werkzeuge, können irgendwann kaputt gehen. Sollte es hierzu kommen, kann man sich, an der Werkbank, einfach neues herstellen. Es ist zwar ärgerlich, aber durch den Realismus-Aspekt vertretbar. Da stört mich schon eher der Inventar-Platz, der auf Dauer doch etwas einschränkt. Später verstaut man seine gefundenen Gegenstände aber in einem Lager.

Belohnungen für Nook-Meilen einheimsen

Nach und nach sammelt man immer mehr Nook-Meilen. Eifriges sammeln wird dadurch belohnt, dass man sich am sogenannten "Nook-Terminal" gewisse Belohnungen kaufen kann. Je nach Wertigkeit und Nutzen sind diese unterschiedlich teuer. Darunter Merchandise, Wohnartikel oder Erweiterungssets. Außerdem kann man seine Sternis ein und auszahlen lassen. Wenn ihr nicht genug Nook-Meilen habt, gibt es noch die Option das Nook Shopping zu nutzen, bei dem man nur mit Sternis bezahlt.

Erstes Haus komplett & Lagermöglichkeiten

Nach Vollendung der ersten Hausstufe haben wir nun mehr Lagerkapazität. Mit der rechten Pfeiltaste können wir es aufrufen und erhalten Einsicht auf alle eingelagerten Gegenstände. Ruft man das Inventar in seinem Haus auf und drückt, bei einem Gegenstand, (A), kann man auswählen, ob man diesen Gegenstand ins Lager räumen möchte. Ansonsten haben wir jetzt Zugriff, auf den Gestaltungsmodus, der es einfacher macht, Möbel zu platzieren. Zuvor konnten wir nur freihändig platzieren, was ein wenig knifflig war. Den Lichtpegel seines Hauses steuert man mit Pfeiltaste nach oben. Mehr Gestaltungsfreiheit bietet auch die freie Wahl der Böden und Wanddekoration.

Die Insel-Infrastruktur nimmt Gestalt an

Je weiter wir kommen, umso zivilisierter wird unsere Insel. Wo noch der eher karge Anfangsplatz von Tom Nook stand, entsteht ein Rathaus so wie ein zentraler Punkt der Insel. Das Museum wird von uns nach und nach mit Ausstellungsstücken beliefert. Unsere Waren kaufen und verkaufen wir nun im neuen Laden, bei dessen Bau wir alle Materialien beigesteuert haben.

Grinden macht Spaß, oder?

Massive Mengen Holz und Eisenerz mussten hierfür gesammelt werden. Insgesamt kann man sagen, dass der größte Teil des Spiels viel auf Grind basiert. Bezahl deine Kredite ab, steuere Baustoff bei, finde Insekten, Fische und Fossile, um das Museum zu bestücken. Erweitert wird die große Sammelei durch die Nook-Meilen, weil jeder abgeschlossene Punkt einer Meile eine gewisse Menge an erfüllten Dingen benötigt. Bei Events kann man extra Nook-Meilen, durch zusätzliche Aufgaben, sammeln.

Wem die eigene Insel als Rohstoffort nicht mehr ausreicht, kann mit sogenannten Meilen-Tickets auf andere entlegene Inseln fliegen und dort alles aus der Umgebung brechen, was nicht niet- und nagelfest ist. Schön wiederum ist das Antreffen von anderen tierischen Bewohnern, die sich zukünftig auf eure Insel gesellen können, wenn ihr sie entsprechend darauf ansprecht. Für die Vollendung der kompletten Inselziele wird irgendwann auch eine Gesamtmenge von 10 Inselbewohnern verlangt. Bis hierhin sollten wir aber einfach unsere Freiheit genießen und Bewohner herzlichst auf unser Stück Land einladen.

Nachteilig sind die Kosten von 2000 Nook-Meilen pro Ticket, was gerade anfangs noch eher ins Gewicht fällt. Findet man nicht gerade Golderz, was 10.000 Sternis pro Stück einbringt, sind die Inselausflüge recht spartanisch von der Ausbeute. Blumen, Holz, Insekten, Fische und einige andere Dinge mögen zwar anzutreffen sein, allerdings hält sich der Wert in Maßen. Daher sollte man alles Aufsammeln und wertvolle Gegenstände zu Sternis machen.

Bewohner & Onlinemodus

Doch die neuen Bewohner der Insel sind natürlich auch eine Bereicherung. Interagiert man mit diesen oder sie sprechen einen an, führt man interessante Dialoge, bei denen auch mal die ein oder andere Bastelanleitung rausspringt. Beispielsweise wenn wir von Wespen gestochen werden. Dann erbarmt sich ein Bewohner und gibt uns die Vorlage für die Herstellung der passenden Medizin.

Wem die tierischen Bewohner nicht reichen, kann seine Freunde per Flugzeug besuchen. Der Flughafen bietet nicht nur Meilen-Ticket-Flugreisen an, sondern fungiert als Portal zwischen den Inseln eurer Freunde und euch. Dementsprechend kann man nun, sofern man eine aktive Nintendo Switch Online-Mitgliedschaft hat, per Freundesliste oder Dodo-Code, Freundesinseln besuchen. Lokal können bis zu vier Spieler eine Insel betreten. Online sind es bis zu 8 Spieler. Alle Mitspieler benötigen eine eigene Kopie des Spiels. Pro Switch kann nur eine Insel erstellt werden. Kritik an dieser Entscheidung wurde schon häufiger geäußert.

Es gibt Fortschrittsdämpfer

Geschwindigkeitsdämpfend ist die 1-Tag-Politik bei der Entstehung neuer Gebäude oder der Zustellung von gekauften Gegenständen über das Nook Shopping. Diese Entscheidungen mögen zwar entschleunigen, können bei vielen ungeduldigen Menschen auch Frust schüren. In einigen Punkten möchte New Horizons eine Realperspektive ermöglichen. Siehe die Synchronisierung der Echtzeit mit dem Spielgeschehen. Dämmert es draußen, wird es im Spiel auch allmählich nachts. Berücksichtigt werden auch alle Jahreszeiten, die im Spiel, je nach Kalenderzeitraum, mit ihren typischen Merkmalen, vorzufinden sind. Jeder sollte sich also vorher im Klaren sein, dass einige Passagen mit längeren Wartezeiten verbunden sind.

Frustrierend ist der schnelle Verschleiß von Werkzeugen. Ist Eisen oder Steinwerkzeug recht haltbar, zerbrechen Holzutensilien sehr schnell und man ist gezwungen eine größere Menge von diesen herzustellen, wenn man nicht die ganze Zeit zur Werkbank rennen möchte. Durch diesen Fakt wirkt das Inventar wie ein kleiner Stoffbeutel, in den nur ein Stein hineinpasst. Trotz dieser Überspitzung kann man die Inventargröße als Kritikpunkt ansehen.

Gestaltungsmöglichkeiten

Sieht man von den verschiedenen Kritikpunkten ab und konzentriert sich auf den Kern von New Horizons, wird man viel Spaß geboten bekommen. Wie alle Bewohner, leben wir in unserem eigenen Häuschen, was wir allerdings selber upgraden müssen, in dem wir bei Tom Nook immer wieder Kredite aufnehmen. Bei jedem Upgrade vergrößern sich auch unsere vier Wände und die Gestaltungsmöglichkeiten nehmen neue Dimensionen an. Der Fußboden und die Wände lassen sich nach Belieben anpassen - Tapete, Holzverkleidung oder ein schönes Laminat.

Da nicht nur das Haus in unserem gestalterischen Rahmen liegt, möchte auch die gesamte Insel von unserer Muße geküsst werden. So legen wir Wege an, graben die Insel zu unseren Wünschen um und platzieren Gegenstände überall in der Umgebung. Somit steht einem individuellen Look eurer Insel nichts mehr im Wege.

Den eigenen Charakter kann man per Kleidung anpassen, welche man beim Nook Shopping oder in den Inselläden kaufen kann. Außerdem gibt es von Spieler erstellte Designs, die man per Code herunterladen kann. Ebenfalls ist es möglich eigene Motive zu gestalten und diese dann in die Welt zu tragen. Modebewusste Spieler kommen hier also definitiv auf ihre Kosten.

Kurzfazit

Da das Review an dieser Stelle schon einen sehr großen Umfang aufweist, schließe ich es mit meiner schlussendlichen Meinung ab. Menschen die gerne mal auf einer idyllischen Insel ihren Alltag vergessen möchten, sind bei Animal Crossing: New Horizons bestens aufgehoben. Natur, Tiere und eine ruhige Umgebung helfen dabei abzuschalten und sich ganz auf seine Reise einzulassen. Seitens Nintendo kann man noch einige Gratis-Updates erwarten, die das Spiel sinnvoll erweitern werden. Zuletzt gab es den Häschen-Tag und vor Kurzem erschien ein größeres Content-Update. Aktuell läuft das "Tag der Natur"-Event, bei denen man einige extra Meilen verdienen kann. Aber genug geredet. Wem das Geschriebene angesprochen hat, sollte mal einen Blick riskieren. Ich kann eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Quelle/n: Eigener Text | Bild/Video/u. sonst. Medien Quelle/n: Eigene Screenshots / Animal Crossing: New Horizons

Animal Crossing: New Horizons Review

Pro
  • Nook-Meilen spornen an
  • Belohnungen sind durchdacht
  • Angeln und Insekten fangen macht Spaß
  • Man kann seine Insel individuell gestalten
Kontra
  • Man muss sehr viel grinden
  • Lange Wartezeit bei Gebäuden
  • Inventarplatz ist anfangs sehr knapp
  • Werkzeuge gehen anfangs sehr schnell kaputt
8 Punkte

Bist du reif für die Insel? Suchst idyllische Momente und möchtest einfach nur die Natur genießen? Hast Spaß an zwischenmenschlichen Beziehungen und pflegst diese gerne? Tiere zaubern dir ein Lächeln ins Gesicht? Dann buche noch heute das "Reif-für-die-Insel-Paket" und beginne dein Abenteuer.

Teilen

Anna

Administrator/in

Ich heiße Anna und bin die Gründerin von Gaming Cat. Videospiele gehören schon seit meiner Kindheit zu meinem Leben und ich liebe die Nerdkultur dahinter.

529 Beiträge

Kommentare

guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen