Angespielt: Legend of Kay Anniversary - Kung-Fu-Kater im neuen Look

von Anna
23. April 2020
inReviews & Tests

Ursprünglich für die PS2 veröffentlicht, erlebt eine neue Ära von Gamern das Spiel. Das Switch Remaster sieht schick aus und bietet den kompletten Inhalt des 2005 erschienen Titels. Im Fernseh-Modus läuft das Spiel mit 1080p und 60fps. Das Gleiche gilt auch für den Handheld-Modus, nur dass hier selbstverständlich die Auflösung auf 720p ausgegeben wird. Weitere Details findet ihr im Verlauf des Reviews.

Dieses Review enthält Spoiler! Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Anfangs bekommt man die Geschichte schön illustriert aufgezeigt und wird mit in eine bunte und fantasievolle Welt voller Magie mitgerissen.

Kurz zusammengefasst: Vier Clans (Hasen, Frösche, Katzen, Pandas) lebten im Zeitalter der Wunder friedvoll zusammen. Alle hatten ein eigenes Dorf und wurden vom Wasser des Lebens genährt, das durch singende Steine, in einem jeweiligen Brunnen, entstand. Alle glaubten an den Weg (der Glaube an die Essenz des Guten im Leben), aber im Laufe der Jahre verließ sie dieser und sie wurden selbstgefällig. Die Brunnen versiegten und zerfielen zu Staub. Hierdurch sahen die Gorillas ihre Chance und besetzten das Land. Hilfe erhielten sie von Ratten-Alchemisten. Seitdem ist das Land von der Monotonie des Dins geplagt, eine gegensätzliche Form zum Weg. Viele wollen sich wehren und so regt sich der Widerstand.

Erste Schritte

Die Grafik ist wirklich sehr schön im asiatischen Look gehalten und bietet zahlreiche Stellen, um sich kurz umzuschauen und innezuhalten. Wir sind Kay, eine Katze, die in den Künsten des Kampfes unterwiesen wird. Dementsprechend haben wir auch einen Meister, der aber zu viel "Brennnessel-Wein" trinkt und manchmal nicht beisammen ist. Untermauert werden die Dialoge mit einem spritzigen Humor, der keineswegs zu aufdringlich daherkommt.

Anfänglich werden wir beauftragt, verschiedene Missionen zu erfüllen. Auf unserem Weg finden wir einige NPCs die kleine Gespräche für uns bereithalten. Unser Charakter hat ein paar nützliche Fähigkeiten parat. Mit (A) bewegen wir uns schneller fort, da wir dann vorwärts rollen. Fürs Springen drücken wir die (B)-Taste. Bei passenden Stellen können wir mit dem (A)-Knopf auch geduckt laufen und kriechen. Zwischendrin kann man seinen Fortschritt an Laternen speichern. Sollte man sterben, erscheint man wieder an diesen.

Die ersten beiden Missionen abgeschlossen, ruft uns der Meister zu sich, damit wir unser Training fortsetzen und die erste Lektion der Kampfkunst absolvieren. Im nächsten Schritt lässt uns das Spiel Tarzan spielen, da der Weg zur Kampfschule mit Sprung-Seilen gepflastert ist. Darunter befindet sich ein Flüsschen. Fallen wir runter oder landen im Wasser und setzen dann wieder auf Land auf, schüttelt sich Kay das Wasser aus dem Fell, was ein wirkliches nettes Detail ist.

Unsere erste Waffe und Kampftechniken

An der Kampfschule angekommen, führen wir einen Dialog mit unserem Meister und erhalten unsere erste Waffe, das Holzschwert. Anschließend lernen wir unsere ersten Kampfkombinationen. Mit 3x (Y) führen wir einen dreifachen Schlag aus. Mit (A) gehen wir in die Hocke und drücken dann (Y), um dann nach oben zu schlagen. Eine Sprung-Attacke macht man durch das Drücken von (B) und (Y) aus.

Nach unserem erfolgreichen Training erhalten wir noch einen Herzcontainer. Diese erhöhen unsere Lebensenergie und sollten immer eingesammelt werden, wann immer wir einen sehen. Weiter geht es mit einem Comic-Dialog in dem die Affen und Ratten zur Kampfschule kommen und den alten magischen Brunnen inspizieren. Einer der Affen scheint der Oberanführer zu sein. Dabei ist auch Tak ein Rattenalchemist, welchen wir später verfolgen werden. Unser Meister gibt dem Affen nach einigen Frechheiten einen Roundhouse-Kick, der aber ungesühnt bleibt. Danach ziehen Affen und Ratten ihres Weges.

Das Abenteuer nimmt seinen Lauf

Nun kann man sich etwas freier bewegen und das Innere von Häusern erkunden. Krüge, wie in Zelda, kann man zerschlagen und bekommt z. B. Herzen, die Leben wiederherstellen, Magietränke die sämtliche Magiepunkte befüllen oder Kupfermünzen die bei Händlern gegen Ware getauscht werden können.

Umschauen lohnt sich definitiv, da einige Dorfbewohner einem Nebenquests anbieten. Zum Beispiel soll man für eine besorgte Mutter ihre Kinder suchen, mit einem neuen Sprung innerhalb von 5 Sekunden 2 Klippen hochspringen, danach kann man auf einer Farm ein Schweinerennen absolvieren oder in einer Challenge innerhalb einer gewissen Zeit Honigwaben einsammeln. Als Belohnung gibt es meistens Truhen, in denen sich Münzen befinden.

Auch sollte man seine Umgebung im Blick behalten, weil sich einige Secrets finden lassen. Umso mehr Aufgaben man erfüllt, desto weiter kommt im Spiel voran. Lohnenswert ist es alle Male, da man neue Fähigkeiten gezeigt bekommt oder neuen Loot erhält. Wie einen Magiecontainer, der die Magiepunkte erweitert, oder einen Yuan Bao der so viel Wert ist 5 Goldmünzen.

Erster Boss, Zhongs und Magiefähigkeiten

Eine Aufgabe schickt uns zufällig in den ersten Bossfight. Leider verlieren wir diesen da wir mit dem unserem Zahnstocher-Schwert nichts ausrichten können. Unser Meister möchte uns anschließend sehen und zeigt uns ein paar neue Verteidigungstechniken. Wenn ein Gegner angreift und uns attackieren möchte, drückt man (X) um diese Attacke abzublocken. Per Salto-Angriff kann man Gegner aus der Luft heraus angreifen. Diesen führt man mit (A), (B) und (Y) aus.

Nachfolgend lernen wir die Zhongs kennen. Es gibt sie aus Holz, Stein und Metall. Holz-Zhongs müssen nur ein Mal getroffen werden, Stein und Metall benötigen mehr Schläge. Wenn wir Zhongs schnell hintereinander zerschlagen, kommen wir in einen Combomodus, der es uns ermöglicht, z. B. spezielle Kisten zu öffnen oder unerreichbare Stellen zu erklimmen. Hierzu visiert man sich in der Luft befindende Zhongs an und zerschlägt diese hintereinander.

Doch die Lehrstunde ist noch nicht vorbei. Neben den Kampffähigkeiten besitzen wir auch magische Kräfte. Allerdings benötigen wir für jede magische Attacke 5 Magiepunkte. Ausführen kann man diese mit dem halten von (Y). Ist diese Lektion abgeschlossen, fordert uns der Meister höchstpersönlich zu einem Duell heraus. Nach einem harten Kampf, auf einer abseits gelegenen Plattform, gehen wir als Sieger aus der Partie. Zurück an der Schule schlägt das Schicksal zu.

Schule dicht, auf in neue Gefilde!

Scheinbar bleibt der Übergriff vom Meister auf den Ober-Affen-Bösewicht nicht ohne Konsequenzen, denn es wird auf einer so eben aufgebauten Bühne verkündet, dass die Kampfschule, im Namen von Tak, geschlossen wird, weil sich Rebellen unter den Betreibern befänden. Dann erklärt der Verkünder auch noch, das neue Schulen für die Lehre des Dins entstehen sollen. Kay lässt daraufhin ein paar aufmüpfige Worte vom Stapel, bevor der alte Herr eingreift und die Hiobsbotschaft kampflos hinnimmt, um keinen Kampf zu provozieren. Daraufhin geht er seiner alten Gewohnheit nach und schnappt sich den nächstgelegenen Brennnessel-Wein. Jetzt wird dem jungen Katzenkämpfer einiges klar. Der Meister ist resigniert und will gar nicht der Bedrohung Einhalt gebieten.

Er schleicht sich nachts in die Kampfschule, entwendet das heilige Schwert und zieht alleine in die unheilvolle Welt. Unsere neue Aufgabe wird sein, Tak zu verfolgen und das um jeden Preis, wie wir im Weiteren Verlauf feststellen werden.

Händler und Dämonenportale

Im zweiten Level lernt man den Händler kennen, bei dem man verschiedene Gegenstände kaufen kann. Unter anderem auch einen recht billigen Herzcontainer. Sonst noch Bomben, Tränke und weitere nützliche Items. Dämonentore werden ebenfalls als neues Gimmick im Spiel vorgestellt. Kauft man sich einen Dämonentrank beim Händler, kann man diese sehen, vorher sind sie unsichtbar. Ein kleines Häschen gibt einen Tipp, dass sich eines in der Nähe befindet. Hat man dieses betreten, kommt man in einer unterirdischen Höhle heraus. Einige Krüge kann man zerschlagen und erhält besonders üppige Summen an Münzen.

Erste Kämpfe und mehr Abwechslung

Wo man sich anfänglich nur im Dorf bewegte, kommt durch den Gebietswechsel endlich mehr Schwung ins Spiel. Die ersten Kämpfe fühlen sich dynamisch an, bieten Abwechslung, auch durch die verschiedenen Kampffähigkeiten. Neben den Kämpfen löst man Rätsel und Jump ’n’ Run-Passagen. Der erste richtige Boss war schon ein bisschen herausfordernder. Und zwar ein Bär mit einer Eisenrüstung. Comboschläge und gut ausgeführte Attacken lassen ihn aber ordentlich bluten. Am besten setzt man auch Magie mit ein, damit dieser schneller seine Rüstung verliert. Durchaus ein solider Kampf.

Der Meister kehrt zurück

Haben wir mit dem Kampf dieses Kapitel abgeschlossen erwartet uns im nächsten ein Wiedersehen mit unserem Meister. Überraschenderweise ist er uns wegen dem Schwert gar nicht böse, denn er bietet uns an, weitere Fertigkeiten zu erlernen. Man kann die Combofähigkeit nicht nur auf Zhongs anwenden, sondern auch auf Gegner. Dazu zerschlagen wir einen Zhong und visieren dann mit (X) die Gegner an, umso reihum zu zerschmettern. Ebenso kommt der Meister auf die Combo-Schatz-Kisten zurück, die eine gewisse Anzahl an Combopunkten benötigen, um ihren Schatz auszuspucken.

Zu guter Letzt gibt es noch drei neue Attacken. Wenn wir frontal auf einen Gegner zu rollen, können wir ordentlich Schaden austeilen - die Rollattacke. Gegen Abwehrschläge konnten wir bisher nicht so viel entgegensetzen, durch die Herumrollattacke ändert sich diese Tatsache. Drücken wir (X) + (A) gleichzeitig, navigieren dann mit dem Linken Stick (L) und pressen dann (Y), rollen wir um unsere Gegner herum. Da das natürlich noch nicht genug war, lernen wir noch, Gegner zu werfen. Hierfür müssen wir hinten ihnen stehen und (R) drücken.

Wir setzen unsere Reise fort

Gut gestärkt geht unsere Reise weiter. Ab und an trifft man den Händler, der jedes Mal ein Besuch wert ist. Man sollte immer darauf bedacht sein genügend Münzen zu sammeln und diese beim Verkaufsstand sinnvoll in Herz sowie Magiecontainer zu investieren. Ansonsten kämpfen wir uns weiter durch und lösen Rätsel.

Unsere Aufgaben werden jetzt schon etwas anspruchsvoller und schwerere Gegner greifen in den Kampf mit ein. Ebenso wird die Rätsel-Schwierigkeit angehoben und unsere Augen müssen nun wachsamer sein, um mögliche Secrets ausfindig zu machen. Unachtsamkeit lässt uns planlos durch die Gegend laufen. Deshalb sollte man lieber zweimal hinschauen, bevor man einen wichtigen Gegenstand übersieht. In einer Aufgabe muss man 6 Katzenstatuen finden, um zu einer grünen Rüstung zu gelangen, die 5 Treffer auffängt, bevor sie zerspringt.

Level um Level werden die Anforderungen an den Spieler etwas schärfer. In einigen Sprungpassagen oder in Kämpfen ist die Kamera allerdings manchmal hinderlich und kann gerne mal abdriften. Im weiteren Verlauf gestaltet sich das Missionsdesign recht abwechslungsreich mit Kampfpassagen oder Sprungpassagen. Dialoge sind immer noch recht lustig, verlieren aber irgendwann an Inhalt. Unsere Aufgabe, Tak zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen, wird konsequent von unserem Kung-Fu-Kater verfolgt.

Insgesamt ist das Level-Design recht ausgeklügelt und nachvollziehbar. An einigen Stellen bin ich aber auch mal an meine Frustrationsgrenze gestoßen. Völlig normal und gehört dazu. Abwechslung bringen die Wildschweinrennen oder unterschiedlichen Gegnergruppen, die es unterschiedlich zu handhaben gilt.

Erfrischung bringen auch, die unterschiedlichen Kampfmoves, welche man geschickt einsetzt, um Rüstung von Gegnern zu pulverisieren. Im Laufe des Spiels erhält man drei verschiedene Waffenarten, womit wir uns verteidigen können: ein Schwert, Krallenaufsätze und einen gewaltigen Hammer. Natürlich hat jede Waffenart ihre Vor- und Nachteile, die je nach Gegner geschickt eingesetzt werden können. So wäre es klüger, bei Gegnern mit Rüstung eher das Schwert einzusetzen als die Krallen, da die Waffe mehr Schaden verursacht und gleichzeitig die Rüstung der Gegner beseitigt.

Kurzfazit

Nach und nach arbeiten wir die Geschichte durch. Da ich bereits sehr viel erzählt habe, werde ich an dieser Stelle mal einen gekonnten Cut setzen und mein Fazit mit kürzeren Sätzen gestalten:

Das Ambiente wird durch die Soundkulisse passend in Szene gesetzt. Die Missionen sind kurz und bündig gestaltet und ziehen sich nicht unnötig in die Länge. Kampffertigkeiten und verschiedene Waffen gestalten Kämpfe abwechslungsreich. Im Handheldmodus der Switch läuft alles butterweich und es kommt in keiner Situation zu unerwünschten Bildrucklern oder sonstigen Fehlern. Ein gutes Remaster was durchaus seinen Spielwert hat. Ich kann das Spiel also jeden ans Herz legen, der das asiatische Setting mag und schon immer mal gerne einen Kung-Fu-Kater spielen wollte.

Quelle/n: Eigener Text | Bild/Video/u. sonst. Medien Quelle/n: Eigene Screenshots

Legend of Kay Anniversary Review

Pro
  • Level sind schön gestaltet
  • Verschiedene Waffen bringen Abwechslung bei Kämpfen
  • Sprungpassagen sind anspruchsvoll
  • Dialoge sind nicht trocken
Kontra
  • Kamera manchmal schwierig zu handhaben
  • Rätsel manchmal zu leicht
  • Boot fahren ist sehr schwammig
7 Punkte

Tolle Spielmechanik, abwechslungsreiche Level und nette Story machen Legend of Kay zu einem soliden Switch-Titel. Es läuft flüssig im Handheldmodus und im TV-Modus. Es gibt ein oder zwei Schwächen, die aber nicht das komplette Spiel dominieren. Ich kann eine Kaufempfehlung aussprechen.

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Anna

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Ich heiße Anna und bin die Gründerin von Gaming Cat. Videospiele gehören schon seit meiner Kindheit zu meinem Leben und ich liebe die Nerdkultur dahinter.

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